Newsinternational Montag, 09.10.2023 |  Drucken

Mehr als 2.000 Tote nach Erdbeben in Afghanistan

Afghanistan befindet sich bereits in einer schweren humanitären Krise, nachdem seit der Rückkehr der Taliban an die Macht im Jahr 2021 Unterstützung aus dem Ausland weitgehend abgezogen worden war

Kabul (KNA) Schätzungsweise mehr als 2.000 Menschen sind bei einem Erdbeben im Westen Afghanistans getötet worden. Das berichtete die "Taliban Times" am Sonntag unter Berufung auf einen Sprecher des Katastrophenministeriums der radikalislamischen Talibanregierung in Kabul auf X, ehemals Twitter. Auch die Zahl der Verwundeten durch das Beben in der Provinz Herat gehe in die Tausende. Mindestens 1.300 Gebäude wurden den Angaben zufolge komplett zerstört.

Hilfs- und Rettungsteams der Regierung seien in der Erdbebenregion im Einsatz, hieß es. Afghanistan befindet sich bereits in einer schweren humanitären Krise, nachdem seit der Rückkehr der Taliban an die Macht im Jahr 2021 Unterstützung aus dem Ausland weitgehend abgezogen worden war.


Die Erdstöße am Samstag hatten eine Stärke von bis zu 6,3. Damit handelt es sich um das schwerste Beben in Afghanistan seit 1998. Die besonders betroffene Provinz Herat liegt nahe der Grenze zum Iran. Die Region wird häufig von Erdbeben heimgesucht.Herat gilt als Kulturhauptstadt Afghanistans und ist zugleich die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, in der nach Angaben der Weltbank aus dem Jahr 2019 schätzungsweise 1,9 Millionen Menschen leben.

Herat liege am Boden, beschrieb die Direktorin von World Vision Afghanistan Thamindri de Silva die Situation. "Die Menschen in den Dörfern versuchen verzweifelt, Überlebende aus den Trümmern zu retten, und das Krankenhaus hier ist voll ausgelastet."Aufgrund seiner geografischen Lage, der jahrelangen Umweltzerstörung und der politischen Instabilität ist Afghanistan generell sehr anfällig für die Folgen des Klimawandels und wiederkehrende Katastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen, Schneelawinen, Erdrutsche und Dürren.




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